Die Orgeln in der Abteikirche Marienfeld

In der Abteikirche sind seit dem letzten Viertel des 14. Jahrhundert Orgeln in verhältnismäßig dichter Folge nachgewiesen.

In der frühesten genaueren Beschreibung ist 1724 ein Instrument von 26 Registern auf Springladen erfasst, an dem Johann Adam Reinking aus Bielfeld und die Herforder Orgelbauer Clausing arbeiteten. Von der Orgel, die Johann Patroclus Möller aus Lippstadt 1745/51 unter Verwendung älteren Bestandes erbaute, liegt 1880 - also erst nach Auflösung des Klosters - eine erste offensichtlich fehlerhafte Beschreibung vor, die immerhin vermuten lässt, dass das Instrument inzwischen mehrfach verändert worden war.

Bei einem Umbau 1884 erhielt die Orgel an Stelle der Springladen neue Windladen eines damals gerade erfundenen Systems, sogenannte "Hahnenladen".

Ein zweiter Umbau 1924 brachte wieder neue Windladen und diesmal eine pneumatische Traktur; das Rückpositiv wurde ausgeräumt, ein Schwellwerk kam hinter die Orgel. Die Werkstatt Franz Breil  in Dorsten restaurierte 1961/62 das Instrument, von dem außer dem Gehäuse nur noch ein umfangreicher historischer Pfeifenbestand erhalten war. Die Orgel erhielt Schleifladen mit mechanischer Traktur. Die Disposition wurde aus mehreren Beschreibungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts und anhand des Befundes ermittelt. Ein Brustwerk mit acht Registern wurde eingebaut. Die Restaurierung des Orgelprospektes wurde von der Werkstatt Paul Brumann aus Ascheberg durchgeführt. Die Notwendigkeit einer erneuten Renovierung des Instruments ergab sich zunächst durch zunehmende Klimaschäden und durch zu hohe Luftfeuchtigkeit Ende der 1980er Jahre.

So kam es zu einer letzten großen Restaurierung durch die Firma Kreienbrink aus Osnabrück in den Jahren 1995-99. Die Spieltraktur und die Spielanlage wurden erneuert. Eine große Keilbalganlage und die Windladen wurden neugebaut. Es erfolgte die Rückführung der Pfeifen auf originale Tonhöhe und eine heute übliche historische Temperierung.

Hierdurch und durch nur geringen Platz auf der Orgelempore bedingt wurde 1985 seitens der Kirchengemeinde eine Chororgel für den liturgischen Gebrauch angeschafft. Die Firma Seiffert, Kevelaer baute dieses Instrument mit 9 Registern auf einem Manual und Pedal.